Berufspolitisches Engagement

Als Berufsverband der deutschen Archäologen vertritt der DArV vor allem die beruflichen und gesellschaftlichen Interessen. Damit liegen seine Aufgaben in der Sozial- und Berufspolitik, in der Wissenschafts- und Bildungspolitik, an den Universitäten, Hochschulen, Museen, Forschungseinrichtungen und bei der Öffentlichkeitsarbeit, der Nachwuchsförderung sowie bei der Denkmalpflege und dem Kulturgüterschutz. Für die Vertretung seiner Mitglieder in diesen Bereichen trägt der DArV entsprechende Informationen zusammen, bündelt Kommunikationswege und informiert seine Mitglieder. Innerhalb des Vorstands ist jeweils ein Mitglied Ansprechpartner für Fragen der Berufspolitik.

Der Vorstand verfaßt in Abstimmung mit dem Hauptausschuß Resolutionen und Stellungsnahmen, wenn entsprechender Handlungsbedarf besteht, beispielsweise bei Stellenstreichungen, Ausschreibungsblockaden, Studiengangsbeschneidungen oder wenn Kulturgüter gefährdet sind, z. B. durch Raubgrabungen oder bei negativen Auswirkungen geplanter Gesetzesänderungen in der Denkmalpflege.

Seit 2007 waren dies die Petitionen und der Protest gegen die Schließungen archäologischer Lehrstühle in Eichstätt (2013), Saarbrücken (2015) und Leipzig (2014), der Aufruf zum Erhalt der Kulturlandschaft Latmos in der Türkei (2014), die Stellungnahme zum Entwurf der Neufassung des Denkmalschutzgesetzes in Schleswig-Holstein (2013), der Aufruf zum Verbleib der Abgußsammlung am archäologischen Institut in Marburg (2012), die Proteste gegen die Streichung der Kustodenstelle für die Münzsammlung der Klassischen Archäologie an der Universität Wien (2011) und gegen die nichtarchäologische Besetzung der Professur für Mittelalterliche Archäologie in Zürich, die Unterschriftenliste gegen die Mittelkürzung und Schließung der Scuola Archeologica Italiana di Atene und des Cabinet des Médailles (2010) und der Bibliothek des DAI Roms (2008); die Proteste gegen die Neukonzeption der archäologischen Sammlungen in Essen (2008) und die Verlegung der Semesterzeiten an den deutschen Universitäten (2008); die Stellungnahmen zur Neufassung der Leitlinien für Folgeeinschätzungen der EU-Kommission sowie zum Thema Kultursiegel der EU, beide gemeinsam mit dem DASV und DGUF (2008); der Protest gegen die Nichtwiederbesetzung der Professur für Kulturen des vorrömischen Italiens am Institut für Klassische Archäologie in Tübingen (2007).

Durch die internationale Vernetzung des Vereins, über seine Mitglieder und seine Institutionen, ist der DArV aktuell informiert und kann bei Bedarf rasch tätig werden. Zur Erzeugung von Synergien kooperiert der DArV mit benachbarten Verbänden, Institutionen und Initiativen.

Der DArV fördert die Kommunikation zu den genannten berufspolitischen Themen nicht nur durch die Informationsweitergabe unter den Archäologen durch Rundschreiben, seine Homepage und seine Schriften, sondern auch durch Veranstaltungen, insbesondere Tagungen, zu berufsbezogenen oder wissenschaftlichen Themen, die er selbst veranstaltet oder finanziell unterstützt. So fanden in den letzten Jahren DArV-Tagungen zur Wissenschaftspolitik (Innsbruck, 2015), zu Archäologie und Politik (Münster, 2014) oder zu Fragen des Wissenschaftlichen Nachwuchses (Jena, 2016; Bonn, 2009) statt.