AG Studienreform

 

Arbeitsgemeinschaft "Studienreform. Der Bologna-Prozess in der Archäologie"

Die Umsetzung des Bologna-Prozesses, der die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes zum Ziel hat, ist noch nicht abgeschlossen.
Die vom Deutschen Archäologenverband initiierte AG "Studienreform. Der Bologna-Prozess in der Archäologie" hat zum Ziel, die Entwicklungen, die sich in allen archäologischen Disziplinen abzeichnen, zu beobachten und vor allem aktiv mitzugestalten. Denn wer, wenn nicht die Betroffenen, entscheiden über die Inhalte eines Systems.

Die Einführung der Bachelorstudiengänge hat gezeigt, wie sehr ein universitätsübergreifender Diskurs aller Beteiligten wünschenswert gewesen wäre. Die AG kann in dieser Hinsicht eine Drehscheibe für den Austausch über die noch im Entstehen befindlichen Masterstudienordnungen bilden.

Ähnliches gilt für den PhD als dritte Stufe des Bologna-Systems, welche die Einführung einer strukturierten Promotion fordert. Im Bestreben hier eine sinnvolle Struktur zu schaffen, gibt es bisher verschiedene Lösungsansätze, die von einer eigenen Studienordnung bis zur Einrichtung von Graduiertenkollegs reichen. Auch an dieser Stelle kann die AG ein Forum für den Austausch und die Informationsgewinnung sein, um hier ähnlichen Fehlern und Ungereimtheiten wie zu Beginn der Studienreform bei der Umstellung auf den Bachelorabschluss entgegenzuwirken.

Die modularisierten Studiengänge stellen z. T. ganz neue Anforderungen an die Lehre. Damit ist nicht nur die Formulierung eines Kompetenzziels gemeint, auf das Dozentinnen und Dozenten ihre Seminare hin strukturieren müssen. Auch sollten durch Praktika oder die objektnahe Ausbildung Museen und Landesdenkmalämter stärker in die universitäre Ausbildung mit einbezogen werden.

Ein weiteres großes, noch weitgehend unerschlossenes Feld ist die Qualitätssicherung der Lehre, die in Deutschland in Form von Akkreditierungsverfahren gewährleistet wird. Potenzielle Teilnehmer eines solchen Verfahrens sind alle archäologisch arbeitenden Personen. Diese zu informieren und zu qualifizieren könnte die AG ebenfalls als ihre Aufgabe definieren.

Darüber hinaus ist sicherlich auch ein internationaler Vergleich interessant. Dieser kann sowohl mit den Ländern erfolgen, aus denen das Studiensystem adaptiert wurde. Aber auch Lösungsansätze anderer europäischer Hochschulen, die im Zuge der Umstellung mit ganz ähnlichen neuen Situationen konfrontiert wurden wie die deutsche Archäologie könnten ein Untersuchungsfeld sein.

Eine Arbeitsgemeinschaft lebt von Mitarbeit. Daher sollen auch nicht zuletzt Sie als Mitglied dieser AG Ihre Ideen und Erwartungen an dieselbe formulieren und einbringen.
Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und die produktive Zusammenarbeit.

Petra Wodtke und Nadine Leisner