Tätigkeitsbereiche

Tätigkeitsbereiche für Archäologen


Archäologen sind Wissenschaftler, die sich mit den materiellen Hinterlassenschaften vergangener Kulturen auseinandersetzen. Es gibt in Deutschland eine Reihe von Institutionen, die Archäologen als Wissenschaftler beschäftigen.

-         Zu nennen sind hier in erster Linie die Universitäten, an denen in den unterschiedlichen Teildisziplinen Mitarbeiterstellen zur Weiterqualifizierung (befristet) und für Dienstleistungen (unbefristet) sowie Professuren existieren.

-         Daneben gibt es außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Deutsche Archäologische Institut mit seinem Kommissionen und Abteilungen, das Römisch Germanisches Zentralmuseum Mainz, einige Akademien der Wissenschaften mit Langzeitprojekten, die sowohl befristete als auch unbefristete Stellen für Grabungs, Forschungs- oder Dienstleistungstätigkeiten im In- und Ausland vergeben.

-         Ein großer Beschäftigungsbereich findet sich im Bereich der Bodendenkmalpflege, die den einzelnen Bundesländern bzw. Landschaftsverbänden untersteht.

-         Museen unterschiedlicher Trägerschaft bieten Archäologen je nach Größe und Ausrichtung in ihren verschiedenen Abteilungen (Ausstellungen, Museumspädagogik, Forschung, Dienstleistung) vielfältige Tätigkeiten.

Neben diesen Institutionen des öffentlichen Dienstes gibt es in Deutschland privatwirtschaftliche Grabungsfirmen, die sich im Auftrag der Denkmalbehörden auf die Grabungstätigkeit – inbesondere im Vorfeld von Bauprojekten – spezialisiert haben.

Das Feld des Wissenschaftsmanagements ist - bedingt durch eine steigende Zahl großer Verbundprojekte (bspw. ExzellenzCluster) - ebenfalls ein Arbeitsmarkt für Archäologen geworden.

Archäologen arbeiten aber auch auf ganz verschiedenen Feldern wie bspw. Tourismus, Journalismus, Verlagswesen, wo sie ihre fachliche Kompetenz im Bereich der Wissenschaftsvermittlung einbringen können.

Darüber hinaus sind Archäologen auch gänzlich außerhalb der Archäologie als Unternehmer tätig, arbeiten in Marketingabteilungen größerer Unternehmen, kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit von verschiedensten Einrichtungen oder arbeiten im Bereich der Politik.

Zwar kommen mehr als 40 % der Archäologen in keiner fachadäquaten Beschäftigung unter (Tendenz steigend), aber sofern man Lust hat während des Studiums seinen Interessen nachzugehen und offen ist, danach etwas ganz anderes zu machen, kann man ein archäologisches Studium nur empfehlen – 90% der Absolventen archäologischer Fächer sind voll auf zufrieden mit ihrem Abschluss – auch dann, wenn sie nicht in der Archäologie arbeiten!

 

Zu einer europaweiten Studie zu den Berufen von Archäologen s. http://www.discovering-archaeologists.eu/ (wenn man auf die Karte klickt, kommt man zu den einzelnen Länderberichten).

Ältere Umfragen zum Verbleib von Archäologen:

- Mitteilungsheft des DarV 28, 1997, S. 30-35.
-  G. Stewart, Studien- und Beschäftigungssituation von Kunsthistorikern und Archäologen (München 1999)